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Der politische Herbst 2026: Was jetzt ansteht

Ein neues Abgeordnetenhaus, das Ringen um den nächsten EU-Haushalt und die Wahl eines neuen Staatsoberhaupts: die Termine, die Berlin, Deutschland und Europa bis zum Frühjahr prägen.

Die Sommerpause ist vorbei, und der Kalender füllt sich schneller, als man ihn lesen kann. In den kommenden Monaten läuft Politik auf drei Ebenen gleichzeitig: Berlin sortiert sich nach der Wahl neu, Brüssel verhandelt über das Geld für die Jahre ab 2028, und im Januar wählt die Bundesversammlung ein neues Staatsoberhaupt. Ein Überblick – alle Termine stehen auch im Kalender.

Berlin: Ein neues Parlament findet sich

Am 20. September haben die Berlinerinnen und Berliner ein neues Abgeordnetenhaus gewählt, erstmals durften auch 16- und 17-Jährige abstimmen. Nach der Landesverfassung muss das Parlament spätestens sechs Wochen nach der Wahl zusammentreten; die konstituierende Sitzung ist für den 29. Oktober geplant. Dann wird das Präsidium gewählt.

Für die Wahl der oder des Regierenden Bürgermeisters gibt es dagegen keine feste Frist. Wie lange die Stadt auf eine neue Regierung wartet, hängt allein davon ab, wie schnell sich eine Koalition findet.

Brüssel: Das Ringen um den nächsten Haushalt

Die Europäische Union verhandelt über ihren nächsten mehrjährigen Finanzrahmen, also den Haushalt für die Jahre 2028 bis 2034. Beim Gipfel im Juni haben die Staats- und Regierungschefs die irische Ratspräsidentschaft aufgefordert, die Arbeit bis zum Europäischen Rat am 15. und 16. Oktober voranzubringen. Eine Einigung noch in diesem Jahr würde es erlauben, die neuen Förderprogramme rechtzeitig zu beschließen.

Parallel tagt das Europäische Parlament zweimal im Oktober in Straßburg. In der Dezembersitzung steht wie jedes Jahr der Haushalt für das kommende Jahr zur Abstimmung, bevor der Europäische Rat am 17. und 18. Dezember das Jahr abschließt.

Dazwischen wird Dublin für zwei Tage zur europäischen Hauptstadt: Am 12. November trifft sich die Europäische Politische Gemeinschaft – das Format, das seit 2022 Staaten des ganzen Kontinents an einen Tisch bringt –, am Tag darauf folgt ein informeller EU-Gipfel.

Europa wählt

Auch in den Mitgliedstaaten wird gewählt. Lettland bestimmt am 3. Oktober ein neues Parlament, Bulgarien am 25. Oktober ein neues Staatsoberhaupt; eine mögliche Stichwahl wäre am 1. November.

Am 3. November richtet sich der Blick über den Atlantik: Bei den Zwischenwahlen in den USA werden das Repräsentantenhaus und ein Drittel des Senats neu gewählt. Das Ergebnis bestimmt mit, wie viel Rückhalt die amerikanische Regierung im Kongress hat.

Januar: Ein neues Staatsoberhaupt

Am 30. Januar 2027 tritt im Reichstagsgebäude die 18. Bundesversammlung zusammen. Die Amtszeit von Frank-Walter Steinmeier endet am 18. März; eine dritte Amtszeit in Folge schließt das Grundgesetz aus. Wie die Wahl funktioniert, steht in einem eigenen Beitrag.

Und im Frühjahr: Frankreich

Am 18. April und am 2. Mai 2027 wählt Frankreich eine neue Präsidentin oder einen neuen Präsidenten; Emmanuel Macron darf nach zwei Amtszeiten nicht erneut antreten. Für die deutsch-französische Zusammenarbeit – und damit für Europa – ist das die wichtigste Wahl des kommenden Jahres.


Den Kalender mit allen genannten Terminen gibt es auch als Abo für Apple Kalender, Google Kalender und Outlook.

Gustav Frisholm schreibt auf politics.berlin über deutsche und europäische Politik. Mehr über den Autor